Sonntag, 29. Januar 2017

Gartenerde selber machen

Erde hast Du genug, wenn Du einen Garten hast. Doch zum Vorziehen von Saatgut brauchst Du schon eine etwas speziellere Erde. Sie sollte locker sein und nährstoffreich. Und sie sollte Wasser gut halten können. Diese Eigenschaften erhältst Du mit folgender Mischung:




  Zwei Teile MaulwurferdeDie Erde bei uns ist relativ lehmig, dafür aber sehr mager. Sie enthält also wenige Nährstoffe. Wenn die Erde bei Dir schwarz und nährstoffreich ist, kannst Du einen größeren Anteil davon verwenden. Erde von Maulwurfhaufen zu verwenden, hat zwei Vorteile: Du musst nicht graben und die Erde ist schon schön locker. Sammle jetzt noch größere Steinchen aus.


Ein Teil KompostJe reifer der Kompost ist, desto purer kannst Du ihn verwenden. Hier am Fuße eines unserer Komposthaufen, ist der Kompost eigentlich schon Erde. Wir mischen, weil wir nicht allzuviel davon haben. Roher Kompost ist sehr sauer. Ihn musst Du mischen, weil viele Jungpflanzen solch saure Bedingungen nicht überleben.

Ein, zwei Hände Holzasche Auf diese Menge (rund drei Liter) kannst Du ein, zwei Hände Holzasche geben. Das macht die Mischung etwas basischer (daher auch nicht zu viel Asche verwenden) und reichert sie mit Nährstoffen an - vor allem Kalium. Bei sehr lehmhaltiger Erde macht Asche außerdem die Struktur etwas lockerer.

BeikräuterDiese Erdmischung hat alles, was Du zum Samenziehen brauchst. Und noch mehr. Denn in Maulwurfserde und eventuell auch im Kompost liegen schlafende Unkrautsamen, die sofort aufgehen, wenn Du ihnen ein warmes Plätzchen an der Sonne und genügend Wasser gibst.

Gekocht oder roh?Kennst Du Unkraut- und Nutzpflanznkeimlinge auseinander, kannst Du sie einfach ausrupfen. Willst Du das nicht oder bist Du Dir nicht sicher, kannst Du die Erde auch sterilisieren - Gartenerde aus dem Geschäft ist sterilisiert. Stelle sie dafür ins Rohr und erhitze sie auf 100 °. Etwa 20 - 30 Minuten sollten genügen. Die Unkrautsamen bist Du dann los. Doch auch das gesamte Bodenleben. Deine Erde ist dann nur noch Substrat. Keimlinge wachsen trotzdem darin.


Wieder verwendete EierkartonsFür kleinere Keimlinge eignen sich Eierkartons ausgezeichnet: Paprika, Paradeiser, Kohlgewächse und so weiter kannst Du darin vorziehen. Zu klein sind sie für Kürbis, Zucchini, Melonen und Gurken.

Kommentare:

  1. Hallo,
    danke für diesen guten Tipp!
    Bei den vielen Sorten, die ich in diesem Jahr anbauen möchte, brauche ich ab jetzt bis Juni noch Unmengen Aussaaterde und finde es klasse, dass ich sie nun selbst herstellen kann. Kann man nur weiterempfehlen.

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  2. Hallo Anha,
    Freut mich, dass Du was damit anfangen kannst :)
    Alles Gute für die Aussaat!

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  3. Hallo Eva,

    danke für diesen Tipp. Ich muss allerdings zugeben, dass mir das etwas zu umständlich ist. Schande über mich. Bis jetzt habe ich rund 15 Liter Anzuchterde verbraucht. 45 Liter habe ich noch. Damit komme ich massig hin. Das hat mich keine 10€ gekostet. Ich weiß, dass man das nicht aufwiegen kann und das man bei selbst gemachter Erde weiß was man hat, aber ich gebe aus Bequemlichkeit lieber die 10€ aus.

    Aber das mit den Eierpappen habe ich schon übernommen. ;-)

    Grüne Grüße
    Sebastian

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  4. Hei Sebastian,
    wegen dem Geld ist es nicht, das seh ich auch so. Bei mir ist es pure Faulheit: Um zu Blumenerde zu kommen, muss ich mich ins Auto schwingen, ein paar Kilometer fahren, Blumenerde wählen, schleppen und das ganze retour. Dann brauch ich nur 5 Liter meiner 20 (nur 5 zu kaufen klappt nicht, das bringe ich einfach nicht über mich - man könnte ja mehr brauchen). 15 bleiben über, trocknen mir aus - und ich kann sie ein Jahr später nur mehr kompostieren ...
    Und so hol ich sie mir gleich vom Kompost und weiß, wie Du schreibst, was ich habe ;)
    Hab gelesen, Deine Paradeiser keimen schon. Flinke Kerlchen. Bei mir werden sie dieser Tage gesät.
    Liebe Grüße, Eva

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  5. Ja, das mache ich schon jahrelang so, kaufe nur mal Erde (wie dieses Jahr), wenn noch alles gefroren ist.
    Auch leere Fleischbehälter vom Supermarkt (die aus Plaste und durchsichtig) verwende ich als Abdeckung für meine Aussaat, damit es gleichmäßiger feucht bleibt. Die undurchsichtigen gleicher Größe kann man als Unterteil für Erde nehmen, dann aber bitte mit einem heißen Nagel (mit Zange festhalten!) Abzugslöcher rein"brennen", ein weiteres Gefäß ohne Löcher dient als Auffangschale für überschüssige Feuchtigkeit beim Gießen aus den Abzugslöchern.
    Viel Spaß allen beim Gärtnern!
    LG, Johanna

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  6. Super Ideen!
    Danke für Deine Tipps und alles Gute für Deine Aussaat :)
    Liebe Grüße,
    Eva

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  7. Das ist ja mal ein Supertip!
    Nur hier in unserem Auswandererland finde ich einfach keine Maulwurfshügel :( Obwohl es selbst im Winter zwischen 10 und 20 Grad sind. Ob es hier keine gibt in Süditalien??

    Ganz liebe Grüße von Anna :)

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  8. Eine Bitte, falls Du Dich auskennst:
    Könntest Du Dir mal meine Fotos von der Landschaft ansehen auf fb?
    Vielleicht kannst Du anhand der Erdbeschaffenheit und der Vegetation sehen, ob es bei uns einfach nicht das Klima für Maulwürfe ist?
    Das wäre ganz lieb, mein besserer Hälft nennt mich verrückt, weil ich immer auf fremden Grundstücken rumlaufe und Hügel suche für die Anzucht jetzt im März.
    1000 Dank - Grazie mille :)

    http://www.facebook.com/?sk=app_2305272732_2392950137

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  9. Hallo Anna,
    ich hab schnell nachgeschaut: Der Maulwurf, den es bei uns hier in Österreich gibt (Europäische Maulwurf) ist tatsächlich in Süditalien nicht beheimatet. Es gibt dort zwar eine andere Maulwurfart, aber Maulwürfe mögen allgemein keine zu trockenen Böden. Vielleicht ist das der Grund.
    Dass wir hier im kalten Norden Maulwurferde verwenden, hat auch den Grund, dass diese Hügel am schnellsten auftauen. Wir müssen also nicht in den beinhart gefrorenen Boden graben, sondern können die angetaute Erde verwenden, die uns die Maulwürfe freundlicherweise hochbefördert haben. Wenn's bei Dir aber gar nicht friert, stich einfach mit der Schaufel in den Boden und nimm diese Erde. Welche Qualität sie hat (wie gut Pflanzen in Deinem Garten wachsen), weißt Du sicher am besten.
    Hier der Link zum Maulwurf: http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Maulwurf#Verbreitung_und_Lebensraum
    Tanti saluti, Eva

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