Sonntag, 27. November 2016

Wolle spinnen ohne Hilfsmittel



Wolle verarbeiten ganz ohne Karden, Spindel, Spinnrad, Halspel (und was es da sonst noch so gibt). Das geht. Aus einem Haufen schmutziger Wolle wird auf diese Weise ein schönes, wollweißes "Dochtgarn". Es ist nicht verzwirnt, eignet sich für dicke Pullover und Jacken.


Ohne Karden
Karden helfen, die Wolle zu kämmen und zu entwirren. Schmutzpartikel fallen aus den Karden und stören nicht mehr. Ohne Karden geht's aber auch. Vor allem, wenn die Wollfasern noch einigermaßen parallel liegen und wenig verschmutzt sind. Das ist oft mitten im dichten Flies der Fall. Dann genügt es, das Flies in Streifen zu reißen und diese vorzulockern - dann kann's schon losgehen. Bei sehr stark mit Stroh und Samen (und was ein Schaf sonst noch so aufsammelt) verschmutzter Wolle sind Karden aber schon sehr hilfreich :)

Ohne Spindel und Spinnrad
Dicke Dochtgarne lassen sich ohne Hilfsmittel recht leicht herstellen. Sie werden nicht verzwirnt. Das bedeutet, dass nur ein Strang bereits den ganzen Faden bildet. Auf diese Weise gesponnene Garne haben oft einen recht starken Drall - die Fasern müssen unverzwirnt zusammenhalten und daher müssen sie intensiv gesponnen werden. Es empfiehlt sich ein Entspannungsbad in warmem Wasser. Wenn du das nicht machen willst, solltest du den Knäuel aber mindestens einen Monat liegen lassen, bevor du mit dem Stricken beginnst. Auf diese Weise gewöhnen sich die Fasern an ihre neue Lage und entspannen sich. Das reduziert den Drall.

Zum Video 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen