Dienstag, 22. August 2017

Wolle färben mit Holunder



Ein paar Hollerbeeren, frisch gesponnene Wolle - und so sieht's dann aus. Noch dunkler in Wirklichkeit, weil die Wolle im vollen Sonnenschein meinen Fotoapparat narrt ;)


Es hollert
Holler zum Wolle Färben zu verwenden, ist etwas Wunderbares: Er wächst überall und zur Erntezeit in rauen Mengen. Für das Färben brauchte ich nicht einmal ein Fixierbad - einfach rein in den Hollersaft und kochen, kochen, kochen.



Wolle auf der "Schattenseite" fotografiert: Das entspricht den echten Farben schon eher.

So geht's
Ernte Holler, so viel du kriegen kannst. Für diese Menge Wolle (ca. 400 - 500 g) habe ich gut 3 kg Holler verwendet und es hätte noch mehr sein können.
Holler grob abrebeln und in etwas Wasser aufkochen (etwa 3 Mengen Holler auf eine Menge Wasser) und ein paar Minuten köcheln lassen. Danach den Saft durch ein Sieb laufen lassen und die Beeren wirklich gut auspressen, bis keine Flüssigkeit mehr rauskommt.

Diesen dunklen Saft auskühlen lassen (bis etwa handwarm). Wolle einlegen. Je dichter die Wolle, desto ungleichmäßiger wird das Ergebnis und desto heller wird die Färbung ausfallen. Um verschiedene Tönungen zu erhalten, habe ich hier ein und dasselbe Bad drei Mal verwendet und jedes Mal nur etwa einen halben Kilo frische Hollerbeeren - bzw. deren Saft - zugegeben.

Kochen
Ist die Wolle im Saft, langsam zum Kochen bringen und dann mindestens eine Stunden, ev. aber auch zwei oder drei vor sich hin köcheln lassen. Wolle hält diese hohen Temperaturen überraschend gut aus, nur umrühren ist nicht gut, dann verfilzt sie leicht. Dann auskühlen lassen, erst, wenn der Sud handwarm ist, die Wolle herausnehmen, vorsichtig ausdrücken (Vorsicht! Spritzt und die Farbe geht auch aus hellen Stoffen nur noch schlecht heraus, lieber ein altes T-Shirt anziehen).

In Wasser ausschwemmen
Die Wollstränge vorsichtig, damit sie sich nicht verheddern, in kaltem oder lauwarmem Wasser ausspülen, bis das Spülwasser wieder klar ist. Die Farbe, die dann erhalten bleibt, hält auch eine Wäsche mit Waschmittel aus - wahrscheinlich bleicht sie aber schon nach und nach aus.

Fazit: Wirklich ein tolles Ergebnis, nur die Küche musste ich nachher einer Grundreinigung unterziehen :)

Kommentare:

  1. Was für schöne Stränge. Ich habe auch schon mal so einen Versuch unternommen, hatte aber leider viel zu wenig Beeren und der Strang sah sehr blass aus. Ich bin gespannt zu was Du die Wolle vernadelst.

    LG Manuela

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  2. :) Ja, man braucht wirklich viele Beeren. Ein Pullover, sehr einfach glatt, der von unten nach oben dunkler wird ist geplant. Bin schon gespannt, wie er dann aussieht.

    LG, Eva

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  3. Ich habe vor einen leichten Seidenstoff zu färben,geht das auch und muss ich da irgendwas besonderes bei beachten?

    LG, Rahel

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