Mittwoch, 10. August 2016

Klettlabkraut - der neue Kaffee



Klettlabkraut wächst schnell einmal wo. Es zeichnet sich durch seine Anhänglichkeit an, denn an Stiel und Blättern sind winzige Widerhäkchen, die an Stoffen und an Fell hängen bleiben. Damit können die Samen mit Menschen oder Tieren reisen und die Pflanze verbreitet sich leichter. Aus den Samen entsteht aber auch ein Kaffeeersatz.


Ernten und rösten
Beim Ernten vorsichtig vorgehen, die reifen Samen fallen leicht vom trockenen Kraut und ehe man sich's versieht, hat man auch schon einen leeren Stengel in der Hand. Daher trockenes Kraut vorsichtig anheben und abreißen (das geht sehr einfach) und dann entweder Same für Same abnehmen oder auf ein helles Tuch ausbeuteln.

Geschmack dazu
Einfach so gemahlen schmecken Klettlabkrautsamen, so wie andere Kaffeeersatzpflanzen, nach nicht viel. Das Rösten gibt ihnen erst eine gewisse Note, den Röstgeschmack eben. Dazu gib die Samen in eine Pfanne und erhitze die Pfanne. Vorsicht: Da die Samen schon braun sind, übersieht man den Punkt, an dem sie gut geröstet sind, leicht. Am besten, du orientierst dich an den hellsten Samen und röstest so lange, bis sie etwas dunkler geworden sind. Immer wieder umrühren, damit es schön gleichmäßig wird.

Und aufgießen
Danach mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassen. Genauso wie Kaffee mit Milch und Zucker oder "schwarz", was im Falle von Kaffeeersatz meist mittelbraun ist.

Wie's schmeckt
Kaffeeersatz schmeckt meiner Meinung nach nicht sehr stark wie Kaffee. Die meisten Möglichkeiten werden durch das Rösten leicht bitter, das war's dann auch schon. Malzkaffee schmeckt dazu auch noch ein wenig nach Karamel. Ich mische gern echten Kaffee mit Kaffeeersatz, das macht ihn milder und ich habe das Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben ;)

Kommentare:

  1. Bisher habe ich keinen nennenswerten Kaffeeersatz gefunden. Ich kenne Bucheckern und Eicheln als Ersatz...doch vielleicht probiere ich das mal aus.

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  2. Hallo Jonas, der Ausdruck "Kaffeeersatz" kann hier in die Irre führen. Es ist nicht zu erwarten, dass da etwas genauso oder fast so schmeckt wie Kaffee. Das Aroma ist ziemlich einzigartig. Diese Ersatzstoffe sind aus der Geschichte zu erklären: Kaffee war früher unglaublich teuer und unerschwinglich für die meisten. Doch man wollte doch "cool" sein ... Später dann war die Kaffee-Versorgung in Kriegszeiten immer wieder unterbrochen. So verwendete man alles, was einigermaßen bitter ist oder durch Röstung zumindest ein dunkles Gebräu ergab. Heute dient der Kaffeeersatz ähnlichen Zwecken, es geht aber meist um die Gesundheit. Und Zicchorie, Klettlabkraut & Co enthalten interessante Stoffe, dafür aber kein Koffeein. Viel Spaß beim Ausprobieren :)

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