Samstag, 15. April 2017

Topinambur ziehen


Topinambur baut unterirdische Knollen etwa in Erdäpfelgröße. Die Pflanze ist winterhart, mit der Sonnenblume verwandt (blüht schön) und enthält viel gesundes Inulin. Erntezeit: Winter.

Das Inulin
Ein Stoff, der die Darmflora anregt. Topi kann eine leicht geschädigte Darmflora "reparieren" - allerdings mit Nebenwirkungen. Den meisten Menschen, die zum ersten Mal nach langer Zeit Topi essen, entfahren diverse Winde - sprich: sie furzen. Wenn Du mehrmals Topi gespeist hast, wird das immer weniger. Kannst Du ihn schließlich ohne Nebenwirkungen verzehren, weißt Du, dass Deine Darmflora vollkommen gesund ist!

Die "Saat"
Eine einzige Knolle, vier bis fünfmal auseinandergeschnitten, reicht im ersten Jahr völlig aus. Einfach ein paar Zentimeter tief und etwa 20 Zenitmeter voneinander entfernt in die Erde legen und bedecken. Säen im Herbst, solange die Erde noch nicht gefroren ist oder im Frühling, sobald die Erde auftaut. Vorteil bei der Frühjahrssaat: Die Wühlmäuse haben weniger lang Zeit, das Saatgut zu fressen.

Der Standort
Topi ist sehr genügsam. Wir haben unseren auf eine Beinahe-Schutthalde gestellt: Wenig Erde, viel Schotter, sogar Ziegel. und Dachziegelstücke. Dennoch wächst und gedeiht er jedes Jahr wieder. Und: Er verbessert (ähnlich wie der Erdapfel) sogar den Boden. Mittlerweile ist der Boden lockerer und hat einen wesentlich größeren "Erde"-Anteil.

Topi und Gartenplanung
Da die Pflanzen sehr hoch werden, werfen sie auch viel Schatten. Dieser sollte nicht auf andere Beete fallen. Denke bei der Planung daran. Topi ist übrigens außerordentlich zäh. Du kriegst ihn fast nicht mehr los. Wähle also ein Plätzchen, an dem er viele Jahre bleiben kann.

Die Ernte
Die Topi-Pflanze wird bis zu 3 Meter hoch und bildet im September Blüten, die an kleine Sonnenblumen erinnern. Bei Frost sterben die Pflanzen selbst ab. In der Erde überleben die Sproßknollen, die im nächsten Jahr neue Pflanzen bilden bzw. geerntet werden können. Pro Pflanze können bis zu ein Kilo Knollen rund um den Strunk in der Erde sein. Ernte so viel Du kannst. Es bleiben immer erstaunlich viele Knöllchen in der Erde, die im nächsten Jahr wieder Triebe machen (kommen Anfang April).

Haltbarkeit
Die Knollen runzeln innerhalb von ein paar Tagen ein. Sie sollten also sofort aufgebraucht oder eingeforren/eingelegt werden. In der Erde halten sie sich aber über den ganzen Winter. Du kannst sie immer dann ernten, wenn die Erde gerade nicht gefroren ist (wenn sie gefroren ist grundsätzlich auch, dann ist es aber anstrengend!)


Topi kannst Du übrigens auch aus den winzigsten Knollen ziehen. Wenn Du also wen kennst, der ein paar Pflanzen hat, bitte ihn um "Ausschuss". Drei Mini-Knöllchen machen in einem guten Jahr 3 Kilo Topi!

Kommentare:

  1. Hallo Landlüfter,
    bin da ganz Eurer Meinung, Topi ist einfach mal das Beste für jeden Selbstversorger und eine ideale Futterpflanze ist Topinambur auch. Um das Ausbuddeln im Winter bei Frost zu ereichtern einfach in Säcke pflanzen:
    http://gruenholzer.blogspot.de/2012/05/topinambur-fur-kaninchen-oder-huhner-in.html
    Gruss Lutz

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  2. Hallo Lutz,
    super Idee das mit den Säcken. Vielleicht zahlt es sich sogar aus, ihnen ein "Gehege" aus engmaschigem Kaninchendraht zu bauen, um Wühlmäuse fern zu halten. Die fressen die Knollen besonders gern.
    Lieben Gruß,
    Eva

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  3. Topis - jam jam jam, die sind sooo lecker. Wir machen gerne einen Topi-Kartoffel-Auflauf daraus. Übrigens hilft eine Dosis Kümmel auch gegen die Nebenwirkungen von Topis. Wir haben daher kaum Probleme mit den Winden. Kann aber auch gut so sein, wie Du hier beschrieben hast, daß sich unsere Darmflora schon entsprechend entwickelt hat. Danke für diesen Beitrag, man lernt immer dazu.
    Hier ist unser Lieblingstopirezept:
    http://auf-dem-weg-in-die-freiheit.blogspot.de/2015/04/topinambur-kartoffel-auflauf.html

    LG Petra K.
    PS: Sehr schöner Blog. Ich hab ihn über youtube gefunden und werde mal etwas stöbern, bin ja immer für gute Tipps dankbar.

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  4. Hallo Petra, freut mich, dass du vorbeischaust! Viel Freude beim Stöbern, liebe Grüße, Eva

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