Freitag, 12. Juni 2015

Wenden



 Das Wenden ist eine Methode aus dem niederösterreichischen Mostviertel. Es wurde über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende von weisen Frauen und Männern angewendet, um Krankheiten auf geistigem Wege einer neuen Betrachtungsweise zuzuführen. 

 Krankheit und Gesundheit 

 Es geht hier nicht vordergründig um den Heilungserfolg. Beim Wenden gehen wir davon aus, dass Krankheit und Gesundheit zwei Seiten der selben Medaille sind. Jeder Mensch kann diese von der Seite betrachten, die er wählt. So kann sich ein körperlichen Krankheitszustand zu einer Möglichkeit tiefer seelischer Einsichten wenden - die nicht selten - quasi als Nebenerscheinung - die körperliche Heilung nach sich ziehen. 

 Geschichtliche Entwicklung 

 In früheren Jahrhunderten war das Wenden, wenn Frauen es ausgeführt haben, meist mit dem Gewerbe der Hebamme verbunden. Wenderinnen (wird "Wendterinnen" ausgesprochen) entsprachen damit dem klassischen Bild der Hexe. Doch in dem Bereich des Mostviertels, wie in anderen Regionen Europas, wurden diese Frauen und Männer von der Gemeinschaft geschützt. Die Inquisition hatte keinen Zugriff. Die kleinen Gesellschaften des Alpenvorlandes wusste um den Wert dieser Methoden und so konnten sich die Techniken und das Wissen zu großen Teilen erhalten.

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