Sonntag, 1. Januar 2012

21.12.2012 - Wie es zum Ende des Mayakalenders kam


© Rainer Sturm PIXELIO
Du kennst ja sicher die Geschichte des Mayakalender. Oder zumindest den letzten Teil. Nämlich, dass der Kalender am 21.12.2012 endet und wir alle einer ungewissen Zukunft zwischen Weltuntergang und weltweiter Erleuchtung entgegensteuern.

Wie aber kam es zum Ende des Mayakalenders?
Lass mich Dir diese Geschichte dazu erzählen. Es war einmal ein großer und weiser Herrscher der Maya. Sein Name war Kukdu. Er trug ein buntes Gewand aus Federn des Ara. Seine Krone aber bestand aus den Federn aller Vögel im Wald. Er war verheiratet mit einer wunderschönen Frau. Sie trug Kleider aus erlesenem Stoff und wertvolle Geschmeide. Kukdu hatte aber - unter uns gesagt - auch sonst noch einige Frauen. Und alle hatten viele Kinder. Denn der Herrscher war nicht nur geistig groß.

Durch diese Umstände musste sich der Herrscher jedes Jahr eine Reihe von Geburts- und Namenstagen, später auch noch Hochzeitstagen seiner Kinder und Geburts- und Namenstage deren Ehegesponsen merken. Das störte seine Weisheit immer mehr. Er konnte kaum mehr richtig denken - so viele Termine hatte er zu memorieren.

Kukdu wandte sich an seine Berater. Diese waren sehr bewandert, was das Vorhersehen der Zukunft betraf. Mit der Gegenwart und weltlichen Dingen konnten sie jedoch wenig anfangen. Unter ihnen befand sich aber Mirsu. Er war der kleinste von ihnen, der jüngste auch und gar nicht angesehen. Doch nun trat er vor und sagte: "Herrscher mit dem Federschmuck, lass mich nur machen".

Kukdu war es zufrieden und beauftragte Mirsu damit, ihm zu helfen. Der kleine Astronom zog sich in seinen Arbeitstempel zurück. Schon nach drei Monaten präsentierte er dem Herrscher einen in Stein gehauenen Kalender, in dem alle Geburts-, Namens-, Hochzeits- und Sterbetage aller seiner Anverwandten und deren Anverwandten verzeichnet waren. Kukdu war begeistert. Nun konnte seine Weisheit wieder in die Staatsgeschäfte fließen. Er machte Mirsu zum ersten Berater und befahl ihm, Kalender für jedes kommende Jahr zu machen.

Kalender in Stein zu hauen, dauert seine Zeit. Und so fand nicht nur Mirsu, sondern auch seine Söhne, Enkel und deren Enkel und Urenkel ein gutes Auskommen im Anferigen dieser Weisheitsstützen.

So kam es auch, dass Kukdu längst nicht mehr regierte, als der neue Herrscher, der an Frauen nur wenig Freude fand und nur einen einzigen Sohn hatte - sich eines Tages wunderte, warum er mit einer nicht enden wollenden Flut von Steintafeln mit sinnlosen Einkerbungen überschüttet wurde.

Er wandte sich an seinen ersten Berater, der ihn sogleich ins Bild setzte. "Hört sofort auf damit!", befahl der neue Herrscher, dessen Federkleid übrigens mickrig war und nur aus grauen und schwarzen Federn bestand.

Der erste Berater zeigte ihm sein neuestes Werk. Er war gerade am 21.12.2012 angekommen. "Herr, lasst mich dieses Jahr noch fertigstellen", flehte er. Doch der Herrscher blieb hart. "Beobachte von nun an den Sonne und sag mir, wann er eine Opferung verlangt", polterte er und ging ohne ein weiteres Wort von dannen.

Ganz gehorchte der erste Berater allerdings nicht. Er machte eine letzte Eintragung nach dem 21.12.2012: "Jetzt ist Schluss. Ab jetzt schaue ich ins Licht."

Diese Worte wurden von HistorikerInnen gründlich missverstanden. Daher harren wir heute schlotternd des Weltunterganges - oder der Erleuchtung. Und wissen selbst nicht, was wir mehr fürchten sollen.

Kommentare:

  1. hallo!
    endlich mal was lustiges zu den endlosen weltuntergangsphantasien - danke!!

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  2. Hei Kubi, willkommen :)
    und thanx!

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