Freitag, 26. August 2011

Vom Körper lernen I

Unser Körper spricht zu uns. Den ganzen Tag. Er erzählt uns nicht nur, ob alles mit ihm in Ordnung ist oder nicht. In unserem Körper ist auch alles gespeichert, was sich in unserem Leben seit unserer Zeugung zugetragen hat. Unser Körper weiß es und kann uns davon berichten, wenn wir das wollen - und wenn wir zuhören.

Lernen oder sein?
Allerdings haben wir schon als Kinder gelernt, dass vieles wichtiger ist als dieses aufmerksame Zuhören. Können Sie sich noch erinnern, damals in der Schule? Es war ein wunderschöner Tag. Die Vögel haben gezwitschert oder der Schnee hat gelockt. Aber - es war Schule, das ist wichtiger, das muss man eben durchhalten. Auch wenn der Körper noch so sehr nach Luft und Bewegung verlangt.

Auf diese Weise haben wir verlernt, Informationen von unserem Körper zu empfangen. Das geht so weit, dass manche Menschen ihres Körpers nur noch über starke Schmerzen gewahr werden (die dann gleich via Schmerzmittel zum Verstummen gebracht werden). "Zartere" Informationen gehen vollständig verloren.

Natürlich können wir aber etwas, das wir als kleine Kinder schon gut konnten, wieder lernen.

Lausche einfach einmal.

Zum Üben kann es helfen, wenn Du Dir einen speziellen Körperteil aussuchst. Dein Handgelenk, ein Organ, eine Zehe, ein Auge? Egal, wähle nach Deinen Vorlieben.

Aufmerksamkeit
Schicke Deine Aufmerksamkeit an diese Stelle. Es kann sein, dass Du bemerkst, dass dieser Körperteil zu wachsen scheint, stärker wird. Er freut sich über die Aufmerksamkeit. Bleib bei ihm. Es kann helfen, wenn Du Dich ein wenig umsiehst. Siehst Du die Knochen in der Nähe? Spürst Du vielleicht die Knochenstrukturen? Spürst Du die Häute in dem Bereich? Fühlst Du die Muskeln, das weiche Gewebe? Sieh Dir in Ruhe alles an.

Was kommt, wenn das Denken stoppt?
Je aufmerksamer Du betrachtest, desto geborgener fühlt sich der Körperteil, den Du ansiehst. Und gleichzeitig hört bei aufmerksamem Beobachten das Denken auf. Du bist bereit zuzuhören. Fühl Dich in Deinen Körperteil ein. Kommt ein Bild, ein Gefühl? Vielleicht ein Satz? Hast Du plötzlich das Bedürfnis, etwas zu bestimmtes zu tun? Möglicherweise hat, was immer passiert, scheinbar gar nichts mit Deinem Körperteil zu tun. Glaube aber Deinem Körper ruhig. Es ist wichtig, was er Dir sagt.

Gesundheit erhalten
Dies ist eine erste Übung am gesunden Körper. Je mehr der erzählen darf, desto weniger Anlass hat er, krank zu werden. Ein kranker Körper schreit Dich so zu sagen an. In der nächsten Übung sehen wir uns an, was Du von Deinem kranken Körper erfahren kannst.

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